25 Jahre Heinrich-Heine-Gesamtschule

Heinrich-Heine-Gesamtschule feiert 25. Geburtstag

Von Margot Gasper 13.09.2011

Aachen. Sie steht in Aachen ganz am Anfang einer Tradition. Und nun gibt es sie schon ein Vierteljahrhundert. Die Heinrich-Heine-Gesamtschule, Aachens erste Gesamtschule, feiert am übernächsten Wochenende ihr 25-jähriges Bestehen.

Schulleiter Heinrich Parting blickt auch den kommenden Jahren zuversichtlich entgegen. «Wir leisten gute Arbeit», sagt er, «und der Zulauf zur Schulform Gesamtschule ist ungebrochen».

Der Start der neuen Schule geriet seinerzeit etwas holprig. Ein erster Anlauf 1985 scheiterte, weil nicht genug Anmeldungen zusammenkamen. 1986 gelang die Schulgründung dann gleich mit sechs Eingangsklassen - übrigens an der Sandkaulstraße, wo gerade Aachens vierte Gesamtschule an den Start gegangen ist.

Lage ist ein Handicap

Die Pioniere von 1986 zogen wenige Jahre nach der Gründung aus der City ins Schulzentrum nach Laurensberg. Heinrich Parting ging zunächst nach Alsdorf, dann nach Übach-Palenberg, wo er als Mitglied der Schulleitung den Aufbau von zwei neuen Gesamtschulen mit gestaltete. 2001 kam er als Schulleiter an die Heinrich-Heine-Gesamtschule zurück. Mit dem Standort am Hander Weg allerdings kann er sich auch heute noch nicht so richtig anfreunden. «Die Lage ist unser zentrales Handicap», sagt Parting, «einen Standort in der Innenstadt würden wir in höchstem Maße begrüßen».

Die ungünstige Lage am Stadtrand, betont der Schulleiter, mache das 110-köpfige Kollegium allerdings durch eine sehr gute Betreuung der Schüler wett. Diese Begleitung werde besonders in der Oberstufe geschätzt. «Unsere Beratungslehrer kümmern sich sehr intensiv um die jungen Leute, das geht weit über das Fachliche hinaus.» Erstmals hat an der Heinrich-Heine-Gesamtschule sogar ein vierzügiger Elfer-Jahrgang Kurs aufs Abitur genommen.

Etwa die Hälfte der Schüler wechselt in der Regel von anderen Schulen in die Oberstufe der Gesamtschule. Im Gegensatz zu den Gymnasiasten erreichen die Gesamtschüler das Abitur weiterhin nach neun Schuljahren. «Gerade junge Leute, die dem G8-Tempo nicht standhalten, haben bei uns mehr Zeit», erläutert Parting.

Auch fachlich setzt die Gesamtschule im Aachener Norden Akzente. Leistungskurse in Sport und Kunst sind hier im Fächerangebot. In den Klassen 5 bis 10 setzt die Schule zudem auf eine spezielle Sportförderung in Zusammenarbeit mit Alemannia Aachen und - ganz neu - auf die Kulturklasse. Hier bilden Kunst und Musik, später auch Theater, Architektur, Foto und Film einen Schwerpunkt. «Unsere Kulturklasse ist viel mehr als ein bisschen malen», betont der stellvertretende Schulleiter Mehmet Basata.

In der Kulturklasse arbeitet die Schule eng mit außerschulischen Partnern wie dem Theater Aachen, dem Ludwig-Forum oder dem Bund Deutscher Architekten zusammen. Und als eine von 30 Schulen in NRW nimmt die Gesamtschule an dem Programm «Kulturagenten für kreative Schulen» teil.

Blickt Heinrich Parting zurück, stellt er zufrieden fest, dass die Einstellung zur Gesamtschule sich doch gewandelt habe: «Die alten Grabenkämpfe sind vorbei.» Und die Qualität eines Gesamtschul­abiturs sei spätestens seit Einführung des Zentralabiturs über jeden Zweifel erhaben. «Eltern wollen für ihre Kinder eine Schule, die möglichst alle Chancen offenhält», weiß Mehmet Basata, «und das bietet die Gesamtschule».

Inklusion als großes Thema

Inklusion, die selbstverständliche Einbeziehung von Menschen mit Behinderung, wird in Zukunft eines der großen Themen auch in der Bildung sein, sind die Schulleiter überzeugt. Zusammen mit der benachbarten Johannes-Kepler-Schule, Rheinische Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sehen, hat die Gesamtschule ein eigenes kleines Inklusionsprojekt auf die Beine gestellt. «Fünf Schüler von der Johannes-Kepler-Schule lernen bei uns als Gastschüler», erläutert Mehmet Basata. «Die Erfahrungen sind sehr positiv.»

Wenn in ein paar Tagen das 25-Jährige an Aachens erster Gesamtschule gefeiert wird, dann würde sich der Schulleiter freuen, auch viele Ehemalige aus den vergangenen Jahrzehnten begrüßen zu dürfen. Und wenn er zum Schuljubiläum einen Wunsch frei hätte? «Na ja», sagt Parting, «es wäre schön, wenn der Schulträger etwas mehr ins Gebäude investieren würde.»

Schulfest am 24. September von 11 bis 16 Uhr

Mit einem Festakt und einem Schulfest begeht die Heinrich-Heine-Gesamtschule, Hander Weg, ihr 25-jähriges Bestehen. Der Festakt mit geladenen Gäste findet am Freitag, 23. September, ab 19 Uhr in der Aula statt.

Auftakt zum Schulfest ist am Samstag, 24. September, um 10 Uhr ein Festgottesdienst in der Kirche St. Laurentius in Laurensberg. In der Zeit von 11 bis 16 Uhr werden in der Schule die zahlreiche Ergebnisse der Projektwoche vorgestellt. Themen, mit denen sich die rund 1140 Schülerinnen und Schüler befassen, sind zum Beispiel die Gesamtschule gestern und heute - und natürlich ihr der Namensgeber, der Dichter Heinrich Heine.

Sportlich geht es bereits am Mittwoch, 21. September, zu. Dann kickt eine Traditionsmannschaft der Alemannia gegen die Elf des Lehrerkollegiums. Anstoß ist um 19 Uhr am Hander Weg.